Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 121 - 06.08.2024

Libertäre Korrespondenz für Gentechnik, Atomenergie, Kapitalismus, Freiheit, direkte Demokratie, Populismus und für Delegitimierung übergriffiger Staaten und Behörden

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Klaus Schumann

* gemeint ist nicht Nazismus, sondern autoritär, autokratisch, totalitär, illiberal


Nein, du hast nichts übersehen. Nein, Sie haben nichts übersehen. Die letzte Ultraliberale Korrespondenz hatte ich am 14.03.24 geschrieben.

Anschließend war ich krank. Ich nutzte die Gelegenheit viel nachzudenken und auch das Internet zu durchsuchen, um zu sehen welche Naziparolen die AfD vertritt. Da ich nicht fündig wurde suchte ich nach den Äußerungen von Herrn Höcke.

Dass die Äusserung «Alles für Deutschland» eine SA-Parole war, das wusste ich ebenso wenig wie die meisten Leute, obwohl ich die SA noch selbst kennenlernte:

Der braune Herr Braun und mein Vater als Soldat

Ich war schätzungsweise fünf höchstens sechs Jahre alt, aber ich entsinne mich noch gut an meine ersten politischen Überlegungen.

Ich begleitete meine Mutter oft zum Einkaufen in der Stadt in unserer Stadt - Greiz. Wir gingen häufig in eine Drogerie zu dem Drogisten, einem Herrn Braun. Er war immer sehr freundlich. Eines Tages stand er, wie immer, hinter der Theke, diesmal aber mit einer braunen SA-Uniform bekleidet.

Bald darauf besuchte uns mein Vater. Er hatte Urlaub von der Wehrmacht, in die man ihn gezwungen hatte und er und ich gingen in Greiz spazieren. Schließlich kamen wir an einem großen Platz, wo sich viele Leute versammelt hatten. Sehr eindrucksvoll war der Auftritt von einer oder mehreren SA-Kolonnen mit lauter Tschingderassabum-Musik. Sie hatten alle dieselbe braune Uniform an wie Herr Braun. Das Ganze machte auf mich kleinen jungen einen großen Eindruck.

Mein Vater und ich schauten zusammen mit vielen anderen Leuten zu. Plötzlich kam einer der - wahrscheinlich - SA-Offiziere auf uns zu und sprach meinen Vater an: « Möchten Sie nicht bei uns mitmachen?» Ich war ganz erstaunt als mein Vater ganz gelassen antwortete - nein er habe dazu keine Lust. Daraufhin schrieb der SA Offizier Name Vorname und Adresse meines Vaters auf und sagte drohend, dass das Folgen für ihn hätte.

Ich konnte nicht umhin mein Vater zu fragen, warum er nicht zugesagt hatte. Ich meinte, es wäre so schön er würde ab und zu mit der SA herum marschieren und brauchte nicht mehr an die Front zu gehen und uns zu verlassen. Ich betonte noch einmal, dass ich es sehr schön gefunden hätte, wenn er immer zusammen mit mir geblieben wäre, um nur ab und zu mit der SA durch die Straßen zu ziehen. Da erklärte mir mein Vater das er ja schon bei der Wehrmacht sei und nicht die Möglichkeit hätte zu SA zu wechseln. Das konnte er dem SA-Offizier aber nicht sagen, da er als Soldat nicht das Recht gehabt hätte, Zivilkleidung zu tragen als er mit mir spazieren ging.

Ich war erschrocken und fragte ihn:“ Und wenn die SA-Leute das deinem Vorgesetzten bei der Wehrmacht verraten, dass du keine Uniform anhattest?“. Da beruhigte mich mein Vater: „keine Angst, selbst wenn sie sich erkundigen und rauskriegen, dass sich bei der Wehrmacht bin, werden sie der Wehrmacht keine Mitteilung machen. Und wenn sie der Wehrmacht eine Mitteilung machen, dann wird die Wehrmacht sie nicht lesen oder zumindest nicht zur Kenntnis nehmen. SA und Wehrmacht und Wehrmacht und SS sind gegeneinander spinnefeind.»

Ich war ein wenig traurig, wäre es doch schön gewesen, wenn mein Vater bei der SA und bei der Familie geblieben wäre. Immer wenn ich an dieses Erlebnis zurückdenke, wurde mir mehr und mehr klar, dass es den meisten der aktiven SA-Leuten wohl nicht darauf ankam Endsieg und Lebensraum für das deutsche Volk zu erobern. Vermutlich waren es mehrheitlich Wehrdienstverweigerer, die aber so schlau waren, das gut zu verstecken. Wenn man ihnen einen Schützengraben zugewiesen hätte – noch ehe sie ein Gewehr in die Hand genommen hätte, wären ihre Unterhosen wohl innen so braun gewesen wie die SA-Uniform des Herrn Braun.

Einige Zeit später, als der Krieg verloren war, gingen meine Mutter und ich wieder einmal zum Drogisten Braun. Der lächelte und sagte „Nun, ich dachte, ich sei bei einer guten Sache.» Herr Braun war eben ein Mann von Überzeugungen: „Alles für Deutschland, alles für Thüringen. Alles für Greiz. Und vor allem - alles für mich und meine Drogerie“.

Und was Höcke gesagt hat.

Doch dann entdeckte ich, dass Herr Höcke noch etwas ganz besonders Böses gesagt hat: „Nicht alles, was Hitler tat, war böse» Ja ich finde da hat Herr Höcke vollkommen recht. Das ist ja genau das Perfide, was Diktatoren und Kriminelle anwenden, um ihre Macht zu verteidigen. Er ließ viele Autobahnen bauen. Er verfolgte die Kommunisten usw. Obwohl ihm das alles vermutlich ziemlich gleichgültig war. Diese „Entscheidungen“ dienten neben der brutalen Gewalt hauptsächlich dem reinen Machterhalt. Man sollte das immer im Auge behalten, wenn Politiker wieder einmal tolle Versprechungen machen. Aber man sollte auch nicht jeden strammen Uniformierten, der eindrucksvoll durch die Straßen marschiert, für einen loyalen Anhänger der jeweiligen Regierung halten, obwohl er nur ein schlauer Wehrdienstverweigerer war oder ist.

Ist die AFD demokratisch?

Wenn ich AfD-Mitglied wäre, hätte ich wahrscheinlich schon ein Ausschlussverfahren am Hals. Man würde mir mit Recht vorwerfen, dass ich gegen die zentrale Parteiphilosophie verstoße: „Entscheidend ist die eigene Nation, also Deutschland zu lieben.

Nun, ich bin gebürtiger Deutscher und habe viele gute deutsche Freunde und Geschäftsfreunde, aber das Land und den Staat liebe ich nicht. Ich habe in Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich und Italien gelebt und schätze mich glücklich, dass ich nicht in Deutschland wohnen muss, um mich nicht ständig den strengen und komplizierten Regeln zu unterwerfen. Nun, Italien hat fast genauso strenge Gesetze wie Deutschland, aber intelligenterweise finden sie zum Glück der Bürger dieses Landes viel weniger Beachtung.

Heute sind die Staaten nun bestimmt keine Heimatländer mehr, die man als anständiger Mensch lieben muss. Die Regierung in Moskau ist nicht viel besser als die Mischpoken, die in Kiev, Berlin oder bei der EU in Brüssel das Sagen haben. Wenn sie tatsächlich ihr Land über alles lieben, sollte man grosszügig mit ihnen umgehen und ihnen kostenlos eine psychiatrische Behandlung zukommen lassen.

Die direkte Demokratie

Oh, doch, die AfD ist eine sehr demokratische Partei, denn Sie fordert die direkte Demokratie mit Volksabstimmungen nach Schweizer Muster. Das sollten die anderen Parteien auch tun, denn die repräsentative Demokratie entspricht nicht mehr den heutigen Technologien wo jeder durch das Fernsehen und das Internet sich bestens informieren kann und wo jeder mit dem Auto zur Abstimmung fahren kann und wo es ohne weiteres möglich wäre die Abstimmungen per Internet durchzuführen und trotzdem die Anonymität zu bewahren.

Haben die Bürger genug Sachkenntnis ?

Dazu der grüne Minister Habeck zu der Forderung nach Bürokratieabbau: „Wenn das buchstäblich so gemeint ist, warum ist die bürokratische Last so hoch? Nun, weil Bürokratie-Verwaltung ja quasi der Staat ist (…) man muss also verstehen, die Bürokratie entsteht aus etwas Gutem heraus. Wenn man nur sagt, das sind alles Idioten, versteht man nicht, warum. Da, wo das Problem ist, ist etwas Gutes, denn der Staat macht ja keine Fehler.“

Die repräsentative, die zweitklassige und drittklassige Demokratie

In der Verfassung steht « alle Macht geht vom Volke aus» da steht nicht das die Macht ausgeht von all denen die ein Diplom in Soziologie oder der politischen Wissenschaften haben, von all denen die von der Regierung zu Richtern ernannt wurden sind, von all denen welchen die Parteien dazu bestimmen oder in Brüssel von all denen welche die nationalen Regierungen ausgekungelt haben, immer nach dem Motto gibst du mir einen tollen Posten kriegst du auch einen. Alles andere wäre ja auch Populismus und Anständige vor allem diplomierte Bürger sind ja gegen Populismus.

Nun, ich habe vier Klassen von Regimen kennen gelernt:

Die Diktatur in meiner Jugend im Dritten Reich und danach im Kommunismus und heute die Demokratien in Berlin und Brüssel, wo ganz eindeutig Mischpoken mit lügenhaften Versprechungen an die Macht gekommen sind und heute von mindestens zwei Dritteln der Wahlberechtigten abgelehnt, wenn nicht gehasst werden. Natürlich treten sie nicht zurück, das würde ja ihre Macht und ihre Altersbezüge schmälern.

Dann gibt es die Demokratie in zweiter Klasse. Sie sind zwar nicht in wirklich ganz freier Wahl an die Macht gekommen. Sie haben oft Konkurrenten nicht zugelassen. Aber sie vertreten die Mehrheit ihrer Bürger. Das geht nicht nur aus offiziellen Umfragen hervor, sondern auch aus vertraulichen Gesprächen zum Beispiel in Russland.

Und schließlich habe ich auch jahrelang in einer erstklassigen Demokratie gelebt -der Schweiz. Hier werden alle wesentlichen Entscheidungen per Volksabstimmung entschieden und die Politiker, die ja vom Volk bezahlt werden, müssen sich diesen Entscheidungen bedingungslos unterwerfen. Es gibt keine Diskussionen -Abstimmungsverhalten gegen Posten usw. Jeder Bürger stimmt so ab wie er es für richtig hält.

Das ist die liberalste und erfolgreichste Regierungsform weltweit. Sie hat aus der Schweiz, dem Armenhaus Europas, eines der reichsten Länder der Erde gemacht, denn Populismus ist Demokratie.

Die schlechteste Demokratie hat m.E. Selenskyj gewählt als der Wahltermin nahte. Er sagte: « Jetzt ist keine Zeit für Wahlen Wir sind im Krieg. » Natürlich hat er keine Angst, dass ihn seine Bürger zum Teufel jagen, weil er auf keinen Fall Frieden möchte. Um das zu verhindern hat er ja eigens ein Gesetz gemacht.

Die Soziale Gerechtigkeit

Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit ist völlig unlogisch. Sie soll ja eigentlich Vorteile bringen für die Schwächsten unserer Gesellschaft, für Leistungsunfähige, Behinderte, Kranke usw. Nun bezeichnet man im Allgemeinen die Länder als sozial ungerecht in denen die Unterschiede zwischen den höchsten und niedrigsten Einkommen besonders gross sind und die Länder als sozial gerecht wo das Gegenteil der Fall ist.

Ich vermute, das sozial ungerechteste Land Europas dürfte die Schweiz sein und das sozial gerechteste wohl Belarus (Weissrussland). Aber nun fragen wir doch mal einen gut informierten sozial schwachen Mitbürger, in welchen dieser beiden Länder er am liebsten leben würde.

Also hören wir doch endlich auf mit dem dummen Geschwätz über soziale Gerechtigkeit und der idiotischen Forderung danach. Wir sind uns bestimmt fast alle einig, dass wir den sozial Schwachen ein gutes, anständiges Leben ermöglichen sollten, auch mit einer anständigen Wohnung und einem Auto, dies aber aus Mitgefühl, aus gegenseitiger Rücksichtnahme, aus persönlichem Sicherheitsbedürfnis und Fairness. Aus sozialer Gerechtigkeit müssten wir logischerweise gerade den reichen Selfmademen und Selfmadewomen besonders viel Geld zukommen lassen, denn Sie haben ihr Vermögen ja durch besondere Leistungen für die Gesellschaft erworben.

Auch kann man davon ausgehen, dass z.B. Herr Schwarz von Lidl mit einem eventuellen zusätzlichen Vermögen versuchen würde noch mehr Geld zu machen. Er würde also bestimmt alles daran setzen der Gesellschaft eine besondere Leistung zu erbringen, um einen hohen Profit zu erzielen. Ich kenne Herrn Schwarz nicht. Ich bin mir aber einigermaßen sicher, dass er meine Meinung teilt. Und auch der sozial schwache wird unsere Meinung teilen. Um ihn geht es und er kauft mit Sicherheit lieber bei Lidl ein als 1988 bei der sozial gerechteren Ost-HO in Pankow.

Worauf bin ich stolz?

Da ich mit meiner Familie in vier europäischen Ländern gelebt habe, war ich immer stolz darauf Europäer zu sein. Ich musste jedoch Deutscher bleiben, da es keine europäische Staatsangehörigkeit gab. Und wenn sie es heute geben würde, möchte ich trotzdem kein Europäer werden um nicht von einer Clique um Frau von der Leyen regiert zu werden welche den Russen den Krieg erklärt hat und welche tausende Regeln für Neubauten aufstellt und mit der gewaltigen europäischen Bürokratie den Bürgern ihre Freiheit nimmt obwohl es sogar Deutsche gibt, die im Freien schlafen.

Und wieder hat sie mit allen möglichen Tricks das höchste europäische Amt erklommen. Korrekterweise hätte man mit einer Volksabstimmung die Europäer fragen sollen, ob sie diese Frau wählen wollen oder ob man doch lieber ein Strafverfahren gegen sie beantragen sollte, denn allein die Tatsache, dass sie Russland den Krieg erklärte, verletzt mit Sicherheit viele nationale und bestimmt die europäische Verfassung.

Von der Leyens Demokratieverständnis.

Sie drohte den italienischen Wählern ganz offen: «Wir werden das Ergebnis der Abstimmung in Italien sehen. Wenn sich die Dinge in eine schwierige Richtung entwickeln, haben wir Instrumente wie im Fall von Polen und Ungarn“.

Und sie landete dafür nicht etwa im Gefängnis, ja sie wurde sogar durch intrigante Kungelei wieder in ihren EU-Posten gewählt. Ich hoffe nur, dass nun mehr Länder die EU verlassen oder total und demokratisch neu organisieren oder dass sich diese gefährliche antidemokratische Organisation endlich auflöst. Alle wissen: 60 bis 80 % der EU-Bürger möchten die EU-Politiker loswerden oder hassen sie. 70 % der Deutschen möchten die Regierung in Berlin loswerden oder hassen sie. Aber 70 oder 80 % der Russen stehen hinter der Putin-Regierung und würden sie wieder wählen. Also – wer ist der Demokrat und wer sind die demokratiefeindlichen Diktatoren?

Also, ich schäme mich zwar, aber ich habe keine Wahl – ich bleibe erstmal Deutscher. Ich bin ja auch nicht wohlhabend. Sonst würde ich eventuell riskieren, dass man mich nach der neuen EU-Halunken-Manier als deutschen Oligarchen einstuft und mir mein ganzes Vermögen klaut, nur weil ich gegen die unsinnige, verrückte Klimapolitik argumentiere. Nun, leider verfolgt Monaco nicht die gleiche Politik der offenen Grenzen wie Deutschland, sonst würde mir die Entscheidung leichtfallen.

Und plötzlich bin ich doch auf etwas stolz - gebürtiger Thüringer zu sein.

Das hatte ich nie für möglich gehalten. Ich hielt Thüringen, wo ich geboren bin und woher meine Eltern stammen, immer für ein langweiliges Land im Schlepptau der Regierungen in Bonn, Berlin und Brüssel. Und plötzlich war alles ganz anders, es geht in Thüringen drunter und drüber – sehr demokratisch – ja, populistisch.

Eigentlich hätte man das immer schon erwarten können:

Es gab nie ein Königreich Thüringen. Es waren eine Unzahl von Fürstentümern. Logischerweise waren Sie sich nie untereinander einig. Und mein Vater hat mir schon die thüringische politische Philosophie beigebracht “Geh nie zu deinem Ferscht, wennde nich gerufen werscht.» Wichtig war immer und ist noch, dass man immer das Gegenteil zu tun versucht, was die Autoritäten wollen. Man wählt nicht was Brüssel oder Berlin empfehlen, sondern möglichst das Gegenteil.

Mein Vater und meine Mutter stammen aus dem früheren Fürstentum «Reuss jüngere Linie», Hauptstadt Gera. Ich stamme aus Greiz, «Reuss ältere Linie» -auch genannt «Greiz, Schleitz, Lobenstein». Ich weiß nicht, wo Lobenstein liegt. Die Regierungen Berlin sicher auch nicht. Sie wollen es wohl auch gar nicht wissen. Sie haben schon genug Ärger mit den aufsässigen Thüringern, die gar nicht mehr wählen, wie sie wollen.

Der thüringische Gruss – «Heedler»

Sofort nach Kriegsende wurde mir, dem ca. 7-Jährigen schnell erklärt, dass man sich nun nicht mehr mit dem üblichen «Heedler» begrüssen dürfe, denn das sei ja eine thüringische Abkürzung von «Heil Hitler», was mir bis dahin überhaupt nicht bewusst war.

Unser Ferscht (Fürst)

Aber damit nicht genug. Kürzlich gab es noch einen tollen Fernsehauftritt. Unser Fürst (Reuss ältere Linie) der längst weder Macht noch Schloss hat, wollte wohl mit ein paar alten Schrotflinten eine weltweit bekannte Militärmacht, die Bundesrepublik Deutschland, aus den Angeln heben. Als man ihn mit der Polizei aus einem Frankfurter Reihenhaus abführte, hatte man den Eindruck, dass er noch klapperiger und seniler war als Joe Biden. Das war dann doch ein aussergewöhnlicher Erfolg. Normalerweise muss man zittern, wenn eine dramatische Meldung aus Deutschland kommt. Diesmal hatte die ganze Welt was zu lachen.

Als Thüringer – Vertrauen zum Staat?

Es mag ja heute anders sein, aber mir als fünf- bis zwölfjährigen Thüringer hat meine Mutter gleich beigebracht, dass etwas Staat zwar nötig ist, der größte Teil des Staates jedoch unser Feind bleibt, vor dem man sich in Acht nehmen muss. Dass viele Thüringer heute auch nicht viel anders denken, kann man an den Wahlergebnissen sehen.

Presse- und Meinungsfreiheit

Nachdem wir von der sowjetisch besetzten Zone (es gab noch keine DDR) in die französische Zone geflohen waren und ich dann in Westdeutschland, in der Schweiz, in Frankreich, in Italien und ein wenig in England gelebt habe, glaubte ich, dass auf fast der ganzen Welt mehr oder weniger Presse- und Meinungsfreiheit herrscht.

Da wurde ich jetzt eines Besseren belehrt. Gerade in der Europäischen Union wurde die Pressezensur wieder eingeführt. RT – Russia Today wurde aus dem Internet entfernt. Nun, ich habe RT nie gelesen und hatte auch nicht vor es zu tun. Aber es ist für mich unerträglich, dass irgendwelche Brüsseler Sesselfurzer, auch Verwaltungsbeamte genannt oder Berufspolitiker das für mich entscheiden. Sie werden von mir - dem Bürger - bezahlt und haben zu tun was ich – der Bürger – will, bzw. was die Bürger wollen.

Lächerliche Talkshows

Auffällig lächerlich sind auch die Talk-Shows in den teilweise Lügensendern ARD und ZDF. Sie laden fast immer nur Diskussionspartner ein, die ohnehin schon mehr oder weniger der allgemeinen Presse-Meinung sind, niemals Gesprächspartner, die für das Gegenteil stehen. Böse Zungen behaupten Josef Göbbels hätte seine helle Freude daran gehabt. Nun, das geht etwas zu weit.

Die russischen Angsthasen

Die Russen sind auch wirklich lästig. Mindestens achtmal haben Sie Friedens- und Verständigungsangebote gemacht. Die konnte man natürlich alle nicht annehmen. Schließlich haben die Russen den kalten Krieg verloren und wir haben die bessere Rüstungsindustrie und die jungen Ukrainer freuen sich ja freiwillig für ihr Land sterben zu dürfen, wie Frau Stark-Zimmermann sagte. Den ukrainischen Müttern fehlt ja auch die gute patriotische Einstellung, sonst würden sie sich ja freuen, wenn sie ihren Sohn in einem Leichensack zurückerhalten würden.

Es ist ja auch eine Unverschämtheit, wenn der turnusmäßig amtierender EU-Ratspräsident Victor Orban sich um Frieden bemüht. Und dabei scheint er sogar noch etwas Erfolg zu haben. So sagte Selenskij jetzt, er würde nun für Friedensverhandlungen oder für Waffenstillstand und Waffenstillstandsvereinbarungen zusammen mit Russland eintreten, so wie die im Bürgenstock vorgeschlagene Konferenz, aber mit allen Beteiligten. So hat er überhaupt noch etwas zu sagen, ehe die Kriegstreiber Macron, Stoltenberg, Strack-Zimmermann, die US-Demokraten und die deutschen Grünen (Oekofaschisten) dafür sorgen, dass ganz Europa unter russischen Atombomben zu Grunde geht.

Immerhin, Donald Trump ging mit gutem Beispiel voran. Es war abzusehen das er bei den Gesprächen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il keinen Erfolg erzielen konnte. Sie haben sicher seiner Reputation geschadet, aber es kommt nicht auf die Reputation eines Politikers an, sondern darauf, dass man alles probiert das Leben der Bürger ist des eigenen Landes und der Welt zu verbessern.

Die gescheiterten Gespräche waren ganz großartig. Solche Fehler machen die Herrscher und Herrscherinnen in Brüssel, Berlin und Paris nicht, denn es kommt ihnen in erster Linie auf ihre Karriere an, tausende tote junge Ukrainer, die ihr Leben noch vor sich hatten, spielen da keine Rolle.

Die russische Angst

Nein, ich bin kein Putin-Versteher, nein viel schlimmer: Ich bin ein Putin-Rechtgeber, ein Putin-Fürsprecher. Wenn man der US- und Westeuropapresse glaubt, dann ist er allein in die Ukraine einmarschiert, so als habe er sich grün-militärisch angezogen, wie Selenskyj, hat sich eine Kalaschnikow zugelegt und die Krim und den Donbas erobert.

Sie wollen eigentlich nicht gern sagen, dass die Russen dort einmarschiert sind, sonst könnten die Russen es ja aus Angst getan haben, man würde den fünften Überfall gegen sie durch den Natobeitritt vorbereiten: Beim Überfall durch Napoleon waren immerhin schon 150.000 Deutsche beteiligt, dann die Überfälle im ersten und zweiten Weltkrieg, dann der nichtmilitärische, aber sehr hinterhältige politische Propaganda-Überfall durch den Trierer Karl Max, der den Russen den Kommunismus brachte, der sich dann zum Bolschewismus entwickelte. Ergebnis all dieser Aggressionen - viele, viele Millionen Tode.

Aber, als ob das nicht genug gewesen wäre schlugen die Nato-Staaten auch alle Friedensangebote Russlands aus und die ukrainische Armee ermordete 8.000 oder 12.000 «Separatisten», die Ukrainisch als Amtssprache nicht akzeptieren wollten und weiter Russen bleiben wollten.

Putin war jahrelang mehr als geduldig, aber keine Regierung einer Atommacht konnte und kann hinnehmen, dass ihre Mitbürger umgebracht werden. Das kann sie auch ihren Bürgern gegenüber nicht verantworten.

Und dann heisst es noch vor den Deutschen sollten die Russen doch schon gar keine Angst haben. Sie würden doch höchstens Russland mit der NATO überfallen, wenn die bösen Russen tatsächlich nicht einsehen wollen, dass Gas und Erdöl durch die Klimakatastrophe schnell zum Weltuntergang führen werden.

Die Auszählung der Stimmen und der Sturm aufs Capitol

Als Trump bei der letzten US-Wahl knapp gegen die Demokraten (Sozialisten) verlor und wütend protestierte, glaubte ich nicht, dass er recht hatte. Ich war sicher, dass so ein Vorgang in einem so gut organisierten Land nicht vorkommen kann. Doch kurze Zeit später wurde bekannt, dass auch in der korrektesten Stadt der Welt im korrektesten Land der Welt – Berlin, Deutschland - kartonweise nicht ausgezählte Stimmzettel gefunden wurden. Seither glaube ich alles und nichts.

Politisch korrekte Ökofaschisten behaupten, einige verrückte Amerikaner hätten das Capitol gestürmt, weil Trump ihnen das befohlen hatte. Die das meinen sind oft Beamte, haben ein Uni-Diplom, lieben den Staat und die moderne Sklaverei, die Ökologie und wenn sie nicht gerade den falschen Ehepartner wählten, haben sie dank der staatlichen Fürsorge kaum Probleme im Leben.

Sie können nicht verstehen, dass es sehr viele Bürger in den USA gibt, die unter einer gewaltigen, ekelhaften Bürokratie leiden, denen ein Grossteil des Erlöses ihrer Arbeit per Steuern abgepresst wird, denen die politisch korrekten Diplomierten vorschreiben wollen wie sie zu leben haben die Schnauze voll haben. Sie wollen ihre Freiheit zurückerhalten und freuen sich, wenn jemand ein Zeichen gibt, dass man eventuell Gelegenheit hat es einmal den Korrekten richtig zu zeigen und sich nicht nur auf eine Demonstration zu beschränken.

Ich gestehe, auch ich in Europa kann deren Wut nachempfinden. Auch mir hat man durch Bauvorschriften usw. beruflich viel kaputt gemacht. Wenn ich noch jung und gesund wäre, würde es mir grosse Freude bereiten im Glaspalast der Europäischen Union einen Teil der Glasfassade zu zertrümmern und in vielen Ämtern für Baugenehmigungen in ganz Europa alle Akten zu verbrennen. Freiheit – Freiheit – Freiheit!

Der zweite Schumannplan

Der erste Schumanplan, der mit einem «n» - benannt nach dem französischen Aussenminister Robert Schuman – war der erste wesentliche Schritt zu einem friedlichen, vereinten Europa. Mein Plan – der mit zwei «n» – wird kaum sehr erfolgreich sein. Man kennt mich so gut wie nicht und viele Europäer – speziell Deutsche – lieben es Sklaven oder Sklavenhalter zu sein und haben keine Angst vor Kriegen, weil sie den letzten Weltkrieg und auch die Angst danach nicht mehr miterlebt haben. Sie hassen den Staat nicht mehr so sehr wie meine Generation es als Kinder tat.

Dennoch glaube ich, dass ich meine Vorschläge formulieren sollte, denn wir Europäer und US-Amerikaner bewegen uns gerade in einen Bürgerkrieg oder Atom-Weltkrieg hinein. Das gilt speziell für Deutschland und wir verlieren in Europa mehr und mehr unsere Freiheit.

Das Wichtigste, wozu wir uns entscheiden müssen, ist:

Einführung der direkten Demokratie per Volksabstimmungen nach Schweizer Art in Europa, in den Nationen, Regionen und Gemeinden. Es würde trotzdem noch Parlamente für alle weniger wesentlichen Entscheidungen geben, aber besetzt mit normalen Bürgern, die einem Beruf nachgehen und nur nebenberuflich Abgeordneter sind und noch nicht den Kontakt zu ihren Mitbürgern verloren haben.

Gewaltige Verkleinerung des Staates auf allen Ebenen in Europa, in den Nationen, Regionen und Gemeinden: Mindestens 50% aller Gesetze, Verordnungen, Normen und Regelungen müssen annulliert werden. 50 % aller Verwaltungsbeamten auf allen Ebenen müssen gefeuert werden. Der Beamtenstatus muss aufgehoben werden, damit alle Staatsbeschäftigten jederzeit gefeuert werden können.

Mindestens 50 % aller Subventionen müssen gestrichen werden. Alle Steuern und Abgaben müssen um mindestens 50 % gesenkt werden.

Mit Ausnahme einiger Grundschulen sollten alle Schulen, Hochschulen und Universitäten privatisiert werden. Für alle nützlichen Ausbildungen und Studien würde der Staat das Schulgeld vergüten, z.B. für Ingenieurs- und technische Ausbildungen, Medizin, Flug- und andere Verkehrssicherheit usw.

Für alle weniger nützlichen Fächer könnte der Staat den Schülern und Studenten Kredite gewähren.

Für die reinen Hobby-Ausbildungen wie z.B. Soziologie, Politische Wissenschaften, Philosophie, Geschichte usw. dürfte sich der Staat nicht mehr interessieren. So würden viele Hochschulen geschlossen werden und den Steuerzahler nicht mehr belasten.

Trump wird es teilweise vormachen

Er konnte in seiner ersten Amtszeit nicht alle liberalen Vorhaben durchsetzen. Er war als Geschäftsmann genau wie Berlusconi gewohnt, dass die Angestellten, die von ihm, also im Falle des Staates vom Steuerzahler, bezahlt werden, auch gehorchen. Aber viele US-Beamte mochten Trump nicht oder wollten ihre Macht nicht schmälern. Sie gehorchten einfach kaum oder nicht. Wegen ihres irrsinnigen supersicheren Beamtenstatus konnte ihnen nicht viel passieren.

Nun, für seine zweite Amtszeit will Trump das ändern. Hoffentlich gelingt es ihm brutal durchzugreifen.

Wieder mehr Freiheit

In einigen Lebensbereichen brauchen wir vielleicht mehr Staat, z.B. bei der Kriminalitätsbekämpfung, für eine effiziente Justiz, Überwachung der Grenzen usw. Aber in fast allen Lebensbereichen muss der schreckliche Staatunkulus, der sich in Europa und Nordamerika brutal breit gemacht hat, verkleinert, ja zerschlagen werden.

Wenn das nicht gelingt, kann ich meinen Kindern und Enkeln nur raten, Asyl in Afrika zu erbitten. Da darf man sogar noch ein Haus bauen ohne Baugenehmigung.

Doch, wir müssen für unsere Freiheit kämpfen gegen Verwaltungsbeamte, grüne Ökofaschisten, Sozialisten, moralistische Gutmenschen, politisch korrekte Sektierer, Klimakatastrophen-Spinner, supernationalistische Heimatverliebte usw.

Hoffentlich geht das mit dem Stimmzettel und nicht mit der Maschinenpistole, denn das wäre das Schlimmste. Auch ist es unnötig, die supergehorsamen Deutschen aus der EU zu werfen. Sie können bekanntlich dem Staat auch zeigen wo’s langgeht – siehe Matrosenaufstand und Montagsdemos.

Also wünschen wir uns viel weniger Staat und viel mehr Freiheit
Viele Grüsse

Signature


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu