Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 114 - 03.03.2023

Libertäre Korrespondenz für Gentechnik, Atomenergie, Kapitalismus, Freiheit, direkte Demokratie, Populismus und für Delegitimierung übergriffiger Staaten und Behörden

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus, sondern autoritär, autokratisch, totalitär, illiberal


Ich bin ein Mann des Marketings. Das Wichtigste ist dabei, dass man sich in alle Beteiligten hineindenkt. Man versucht im Voraus herauszufinden was die Kunden möchten und machen werden, was der Konkurrent vielleicht im Schilde führt oder womit der schreckliche Staatunkulus uns alle morgen schon wieder verrückt machen wird.

Nun versuche ich mich auch mal in die Probleme der russischen Führung hinein zu denken. Man hat noch gute Chancen den Ukraine-Krieg zu gewinnen. Zumindest wird man vielleicht den Donbass und die Krim, wo zumeist Russen wohnen, besetzen und festigen können und vielleicht doch noch erreichen, dass der Rest der Ukraine zumindest nicht der NATO beitritt. Dann wird Herr Stoltenberg wohl enttäuscht sein ebenso wie der senile Herr Biden und Generalfeldmarschall*in Annalena Baerbock.

Aber in Kriegen kann vieles passieren. Ich weiss zwar nicht, wie der verherrlichte Sieg der Ukraine aussehen könnte. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die ukrainischen Truppen am Ende des Krieges die verbliebenen russischen Divisionen bei Wladiwostok in den Pazifik treiben, aber es könnte sich eine andere Lösung abzeichnen, welche die Russen und Herrn Putin zur Verzweiflung treiben wird. Und Verzweiflung ist ein sehr schlechter Ratgeber, selbst für einen Mann wie Wladimir Putin den ich nicht für einen Verrückten sondern eher für einen intelligenten Menschen halte. Er wird vielleicht heute schon mit Sicherheit ein paar Eisen ins Feuer gelegt haben, um nicht total verzweifeln zu müssen wenn's für die Russen schlimm kommt.

Ich weiss nicht ob die Idee von ihm geäussert wurde, dass man zum Beispiel vor der Küste der USA aus einem U-Boot radioaktives Material austreten lassen könnte welches dann nach der Ebbe von der nächsten Flut an den Strand getrieben wird um dort gewaltigen Schaden anzurichten.

Aber ich könnte mir vorstellen, dass man schon eine grosse Atombombe beispielsweise in die Karosserie eines grossen Transformators eingepackt und nach Berlin, Paris, Washington oder New York ganz einfach per Lastwagen und Schiff gebracht hat um sie dort in einem Lagerhaus oder in einer einfachen Garage abzustellen. Sie könnte dann jederzeit aus Moskau oder Wladiwostok per Radio gezündet werden und sie würde schreckliches Grauen hinterlassen. Keine Luftabwehr und keine Anti-Raketen-Rakete könnte sie verhindern.

Dann hätte der Atomkrieg eigentlich heute schon begonnen, man würde jedoch immer noch die totale Integrität der Ukraine von heute fordern und die Absetzung und Bestrafung Putins. Viele Mitbürger haben inzwischen grosse Zweifel, nicht nur Elon Musk, Silvio Berlusconi, Victor Urban, Narren Modi, Donald Trump, Roger Köppel und ich.

Sie würden sich wünschen, dass man die Bürger der Krim und aller Gebiete des Donbass selbst entscheiden, lässt wo sie ihre Zukunft sehen. Und Sie sollten das nicht mit der Maschinenpistole,, sondern mit dem Stimmzettel entscheiden können.

Ich bin sicher, die allergrößte Mehrheit der Menschheit empfindet es als belanglos, ob jemand von Moskau oder Kiew aus reagiert wird. Beide Regierungen sind genauso schlecht wie derzeit die europäische Gemeinschaft, die Leuten einfach ihr Eigentum wegnimmt nur weil sie einen russischen Pass haben und welche ihre Mitbürger täglich mit tausenden von Gesetzen und Vorschriften bombardiert und deren mehr als zweifelhafte Repräsentantin Frau von der Leyen bereits den italienischen Wählern gedroht hatte nicht die falsche Partei zu wählen, was diese dann glücklicherweise doch getan haben.

Da ich in Italien wohne, fühle ich mich aufgrund dieses Wahlergebnisses glücklicherweise wieder ein wenig in einer Liberalen Demokratie und etwas weniger in dem undemokratischen Unrechtsgebilde Europäische Union.

Ja, die Wähler lassen sich nicht erpressen. Deshalb ist die Forderung über alle wesentlichen Dinge Volksbefragungen abzuhalten wie in der Schweiz nicht schon deshalb falsch weil die AfD sie auch stellt. Ich habe in mehreren Ländern Europas gelebt, auch in der Schweiz. Mit Sicherheit hat die Schweiz seit 1805 die beste Verfassung der Welt. Und die Volksbefragungen sind heute aktueller denn je. Denn 1805 war die Stimmabgabe in vielleicht verschneiten Bergtälern schwierig, heute per Internet - mit den entsprechenden Sicherungen - ein Kinderspiel.

Ein gewaltiger terroristischer Akt - Nordstream

Also, wenn ein paar Hobbytaucher sich an den vier Röhren gestört hätten, weil sie vielleicht irgendwelche Fisch-Laich-Gründe störten und sie dann ein paar Kilo Sprengstoff gekauft hätten und drei davon in die Luft gejagt hätten, dann wüsste man vielleicht tatsächlich nicht, wer es war. Aber die gesamte Presse versichert, dass dies eine gewaltige Tarroraktion war, zu der nur ein Staat fähig gewesen sei. Und ein weiterer Staat - Norwegen - habe Unterstützung leisten müssen.

Aber die Öffentlichkeit weiss bis heute nichts. Die wahrscheinlichste Information beschuldigt die Regierung der USA. Aber das ist kaum zu glauben. Ein solche gewaltige Aktion hätte vom Präsidenten genehmigt werden müssen. Herr Scholz sagt, er könne auf Grund des Staatswohls nichts sagen Aber es ist kaum glaubhaft, denn dann wäre Präsident Biden nicht nur senil, sondern auch noch ein Terrorist.

Eine interessante Zuschrift auf die Ultraliberale Korrespondenz 113:

Sehr geehrter Herr Schumann,

ich teile Ihre außenpolitischen Einschätzungen nicht. Gerade bzgl. Russland vermute ich, Sie sind eher schlecht informiert.

Bspw. schreiben Sie: "seine russische Minderheit verfolgte, ihnen die Benutzung der russischen Sprache verbot" - das ist offensichtlich falsch. Selenskyj (egal wie man konkret zu ihm steht) ist hauptsprachlich Russisch und er äussert sich auch ständig auf Russisch. So war er - wie sich leicht recherchieren lässt - in seinem Wahlkampf dafür bekannt sehr fliessend zwischen Ukrainisch und Russisch zu wechseln. Kurzum, das angebliche Sprachverbot ist offenkundig eine Falschmeldung. Auch wo sie einen "Militärputsch" herhaben, ist mir schleierhaft - meinetwegen könnte man von einem institutionellen parlamentarischen Selbstputsch oder so etwas reden (auch wenn ich Putsch für eine zu erheblichen Teilen freiheitliche Revolution für einen falschen Begriff halte), aber mit Militär hatte die Sache einfach nichts zu tun. Auch für die angeblich Zahl von 14.000 Toten finde ich keine richtige Quelle. Nicht mal bei der offiziellen, staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS (gerade extra gecheckt).

"Als die Russen dann nicht mehr zusehen konnten wie man ihre Brüder und Schwestern in der Ukraine schikanierte und tötete, marschierten sie ein." Das stimmt ja so auch nicht. Die Russen marschierten ja schon unmittelbar nach dem Sturz Janukowichs ein. Auf der Krim und dann im Donbass. Mit regulären Truppen (was Putin zuerst energisch bestritt im Staatsfernsehen nur um dann ein paar Jahre später im gleichen Staatsfernsehen die Soldaten für ihren Einsatz auf der Krim in 2014 mit Orden auszuzeichnen).

"Und dieser ganze Wahnsinn geschieht nur weil man verhindern will, dass eine russische Minderheit im Donbass und auf der Krim weiter Russisch sprechen will und bei einer Volksabstimmung die Ukraine verlässt." Zum einen, wie gesagt, dass mit der russ. Sprache, ist sachlich falsch. Russisch ist heute immer noch reguläre Umgangssprache in weiten Teilen der Ukraine. Diverse Diskriminierungen der russ. Sprache (und es gibt politische Tendenzen in diese Richtung, das ist korrekt) sind in den letzten Jahren vor diversen Gerichten in der Ukraine durchgefallen. Zum zweiten wollen offenkundig die Ukrainer nicht nach Russland (außer vielleicht auf der Krim und inzwischen in den 2014 besetzten Gebieten) im Rest nicht. Wenn die Bevölkerung wirklich freiwillig nach Russland wollen würde, dann würde Russland sie nicht zwingen die russ. Staatsbürgerschaft anzunehmen indem diverse Sozialleistungen wie bspw. Renten an die Staatsbürgerschaft gekoppelt werden und dann wäre es auch nicht erforderlich die Stimmen für das Referendum mit vorgehaltener Waffe einzusammeln (was sehr gut videomäßig dokumentiert ist).

"Im 2. Weltkrieg haben die Deutschen 27.000.000 Russen umgebracht" Das ist im Übrigen auch falsch. Es wurden 27 Millionen Sowjetbürger umgebracht. Davon knapp 14 Millionen aus der RSFSR (Russland) und knapp 7 Millionen aus der UkrSSR (Ukraine) - auf die Bevölkerung gerechnet sind im Übrigen prozentual deutlicher mehr Ukrainer als Russen gestorben. Davon ab: Was hat aus der Sicht eines Liberalen das Verbrechen des Grossvaters oder Urgrossvaters an dem Grossvater oder Urgrossvater von Bürgern aus einem anderen Land mit dem Hier und Jetzt zu tun? Ich erkenne da kein Argument.

Auch ihre Argumentation im Kontext des Krieges finde ich zweifelhaft: "Aber es ist ein Krieg der Russen. Sie stehen mit grosser Mehrheit hinter Putin und jeder Andere, der Russland regiert, würde ähnlich handeln wie er." Das mag stimmen, würde aber nichts ändern. Im zweiten Weltkrieg stand ja auch die grosse Mehrheit der Deutschen hinter Hitler - wo macht das irgendetwas besser oder ändert etwas an der moralischen Beurteilung? Wenn überhaupt müsste man in diesem Fall doch all die Russen moralisch mitverurteilen und nicht Putin eine Art Blankocheck ausstellen. Ich würde sagen, der liberale Gedanke ist doch gerade, dass Mehrheit ungleich Moral ist und keine nochso grosse Mehrheit etwas am Naturrecht des Menschen ändern kann.

Kurzum: So ziemlich alles, was sie zum Russ. Angriffskrieg auf die Ukraine schreiben, ist einfach sachlich (und leicht nachprüfbar) falsch und die moralischen Urteile scheinen mir aus einer liberalen Perspektive höchst fragwürdig. Daher meine eingangs formulierte Vermutung, dass Sie schlecht informiert sind.

Beste Grüsse
Max Leonard Remke


Meine Antwort:

Besten Dank für ihre Antwort. Demokratie lebt nur wenn man diskutiert und nicht nur beleidigt ist. Ich habe nicht behauptet, dass Selenskyj nicht gut Russisch spricht, aber im Bürgerkrieg auf dem Donbass sind nun offenbar viele Russen verletzt und getötet wurden weil sie als Separatisten offenbar keine Ukrainer werden oder bleiben wollten.

Ja der Putsch in der Ukraine, der den pro-russischen Präsidenten in die Flucht trieb war kein Militärputsch aber ein schlimmer antidemokratischer Putsch offenbar von ausserhalb der Ukraine gesteuert. Ob es nun 14.000 Tote gegeben hat oder mehr oder viel weniger ändert nichts an der Tatsache, dass der grosse Nachbar sich zum Einschreiten genötigt sah.

Ja möglicherweise hat man die Bevölkerung bestochen mit Sozialleistungen für Russland zu optieren, ob mit vorgehaltener Pistole ist zweifelhaft. Aber man könnte ja unter internationaler Aufsicht neue Referenten veranstalten.

Ob im Zweiten Weltkrieg die Mehrheit der Deutschen hinter Hitler stand, würde ich bezweifeln. An die Macht ist er nur gekommen durch das Ermächtigungsgesetz und seine Partei allein hatte bei keiner parlamentarischen Abstimmung allein eine Mehrheit. Hätte es eine Volksabstimmung gegeben für und wider den Zweiten Weltkrieg, ich glaube, Hitler hätte sie verloren.

Insgesamt möchte ich doch sagen, dass es sich nicht um einen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine handelt, sondern eine Fortsetzung des 2014 begonnenen Krieges vieler Ukrainer gegen die russischen Separatisten.

Ich hätte mir in der Vergangenheit mehr Demokratie als Völkerrecht gewünscht und würde das auch in der Zukunft für das bessere halten.

Grüsse Peter Paris / Klaus Schumann


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu