Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 107 - 08.07.2022
für Gentechnik, Atomenergie, Kapitalismus, Freiheit, direkte Demokratie

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus, sondern autoritär, autokratisch, totalitär, illiberal

Ist Putin der wahre Demokrat?

Die Demokratie hat so ihre Nachteile: Manchmal entscheiden die Stimmbürger aus einer Stimmung heraus und hinterher tut es den meisten leid. Das ist aber immer noch besser als wenn die Bürger die politischen Entscheidungen mit Maschinenpistolen, Knüppeln oder Schwertern herbeiführen. Das hatten vor ein paar tausend Jahren schon die alten Griechen eingesehen.

Doch, das scheint schon mal wieder vergessen zu sein zu Gunsten von Albernheiten, über die wir schon zu meiner Kinderzeit lachten und spotteten: Nationalstolz, Vaterlandsliebe, Heimatverbundenheit u.s.w. Bis zu meinem zwölften Lebensjahr lebten wir in der Sowjetisch Besetzen Zone und danach in der Französischen Zone und ich - wie die meisten meiner Freunde - hatten gut verstanden, dass die Generation unserer Eltern mit ihren dämlichen Idealen gründlich auf die Schnauze geflogen waren.

Wir hatten grosse Liebe zu unseren Idealen - Lebensstandard, Kapitalismus, Freiheit, Internationalität, Europa, die D-Mark und ein grosses Misstrauen gegen staatliche Sesselfurzer und alles was vom Staat kommt. Der Staat blieb auch später immer etwas unser Feind. So sah ich ein, dass Adenauer Deutschland wiederbewaffnen musste, erreichte ich aber doch mit schlauen Tricks, dass ich nicht Soldat wurde.

Es ging uns ständig besser, OK wir hatten nur zwei Wochen Urlaub und mussten auch samstags bis Mittag arbeiten, aber wir wussten - morgen werden wir ein Auto haben und im Urlaub auch nach Amerika fliegen können. Da verschmerzten wir auch, dass wir nur etwas Demokratie hatten und wir unseren staatlichen Sesselfurzern nicht, wie die Schweizer, per Referendum regelmässig den Arsch aufreissen konnten. Immerhin, es ging aufwärts und Ludwig Erhard war unser Idol und später teilweise auch Willi Brandt „Mehr Demokratie wagen.“

Ja, die Demokratie kam voran, fast auf der ganzen Welt. Ob das Saargebiet französisch oder deutsch wurde, ob die Jugoslawen und Tschechoslowaken sich trennten, ob Schottland unabhängig wurde oder nicht, dafür brauchte man keine Maschinenpistolen.

Dann wurde auch die Sowjetunion demokratisch und - wie wundervoll - sogar die notorisch obrigkeitshörigen Deutschen jagten im Osten die DDR-Regierung zum Teufel.

Ich war überzeugt, dass die Menschheit nun begriffen hatte, dass man alle grossen Probleme künftig demokratisch lösen würde. Angst bekam ich, als sich die Sowjetunion auflöste, aber Boris Jelzin bekam es genial hin, das es keinen Bürgerkrieg mit Millionen von Toten gab. Dabei konnte er wohl nicht umhin, zu akzeptieren, dass vielleicht 25.000.000 Russen in anderen Ländern leben mussten.

Das ist eigentlich auch kein Problem, wenn man Freiheit und Toleranz übt. In der Schweiz gibt es sogar kleine Städte, die zweisprachig sind, so wie Sierre/Sieders oder Biel/Bienne. Klar, dass jeder dort weiss, dass es sich bei der „Rue Général Guisan“ und die „General Guisan Strasse“ handelt. Trotzdem sind die Strassenschilder doppelsprachig - aus Höflichkeit. Und auch das Alto Adige/Südtirol wurde zur erfolgreichsten Region Italiens als man die Doppelsprachigkeit anerkannte, ein lokales deutschsprachiges RAI-Fernsehprogramm einführte und noch einiges mehr.

Nun, einige Sowjet-Nachfolge-Staaten bewiesen schon sehr viel Dummheit, dass sie keine Rücksicht auf die russischen Minderheiten nahmen und nehmen. So verbot die Ukraine die Benutzung der russischen Sprache auf der Krim und im Donbass und das als Nachbarland eines 140.000.000 - Einwohnerlandes und der zweitgrössten Atommacht der Erde.

Nun, das gibt den Russen nicht das Recht, in die Ukraine einzumarschieren und Leute tot zu schiessen. Ihre Kommunikation war und ist hundsmiserabel. Sie hätten das Unrecht, was an ihren Landsleuten geschah, weltweit anprangern müssen. Und als sie schon Truppen an der ukrainischen Grenze zusammenzogen, hätten sie laut sagen müssen, dass sie einmarschieren werden wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden und nicht sagen dürfen, dass es sich um Manöver handelt. Vielleicht hätte die Ukraine doch einige Forderungen erfüllt. Und auf jeden Fall hätte in diesen Gebieten eine Volksabstimmung entscheiden müssen, ob bei grösster lokaler Unabhängigkeit Kiev oder Moskau regiert. Und vielen Russen und Ukrainern wäre das auch - wie mir - völlig wurscht gewesen. Nun, in der Krim wurde abgestimmt - zugunsten Russlands.

Ich staune jeden Tag: Fast niemand spricht heute von demokratischen Entscheidungen, was im Jahre 2022 - mehr als 3000 Jahre nach Aristoteles - die normal Prozedur wäre. Man quatscht über „Völkerrecht“, an das aber nur noch ein paar Reichsbürger glauben, nicht die Amerikaner als sie Kuba blockierten und auch jetzt die Australier nicht, die keine Chinesische Militärbasis auf den Salomonen zulassen.

Was soll das Ganze: Beide Regierungen in Moskau und Kiev sind demokratisch zu Stande gekommen. Beides sind Demokratien mit Schönheitsfehlern, etwas zweifelhafter als die Demokratie in Deutschland und viel schlechter als die Demokratie in der Schweiz, aber es ist doch im Grunde ziemlich belanglos, ob dort Moskau oder Kiev regiert.

Warum macht man keine demokratische Abstimmung, sondern zerstört Häuser und Fabriken, macht Gefangene, schiesst die Menschen tot, sorgt für internationale Versorgungsprobleme, lässt uns kommenden Winter vielleicht frieren ?

Ist am Ende Putin mehr Demokrat als die Regierungen Biden, Johnson, Macron, Draghi, Scholz usw. Ich schäme mich für die Regierungen Nordamerikas und Europas einschliesslich Russlands.

Die Pandemie der Karrierepolitiker, der wissenschaftlichen Wichtigtuer, der Panikjournalisten und der staatsverliebten Sesselfurzer:

Natürlich haben wir Angst vor Seuchen. Die Pest hatte damals 30% der Menschen getötet. Und Covid ? Machen wir doch selbst mal die Rechnung auf. Das INTERNET hilft uns: Es gibt weltweit 8.000.000.000 Menschen, 5.000.000 sind mit Covid gestorben. Ja nicht durch Covid, sondern mit Covid. Wieviele an Covid gestorben sind, das wird nicht festgestellt und bekannt gegeben, sonst würden sich ihre Mitbürger ja garnicht genug erschrecken. Also nehmen wir mal grosszügig an es sei die Hälfte. Ja, dann sind nicht 30% gestorben, nicht 3 %, nicht 0,3 %, sondern 0,03 %. Und dafür haben uns die Möchtegern-Heiligen, die Möchtegern-Helden weltweit in eine Rezession getrieben, unsere Geschäfte kaputt gemacht, uns eingesperrt, uns andere, nötige Behandlungen und Operationen verweigert. Endlich waren sie glücklich, dass sie mit ihren albernen Diplomen und Ämtern ihre Mitbürger unter ihren Stiefel kriegten.

Ja, nützlich waren die Masken, obwohl gloriose Wissenschaftler das anfangs abstritten und nützlich waren auch die Impfungen und sonst nichts weiter. Aber diese beiden nützlichen Massnahmen hätten sich vernünftige Menschen auch selbst beschafft um sich zu schützen. Man zweifelt ja an so etwas erst wenn der Staatunkulus es vorschreibt. Ich liebe die Freiheit und ich schäme mich für die übereifrigen Regierungen.

Die katastrophale Klimakatastrophe

Die sind die letzte Generation, wir werden alle sterben. Da es immer wärmer wird nehmen alle möglichen Krankheiten überhand und das Massensterben ist bereits voll im Gange. Wohlhabende Amerikaner helfen noch begeistert nach. Sie ziehen nach Florida genau wie die Deutschen nach Thailand und in die Dominikanische Republik und die Franzosen in den Senegal. Hauptsache es ist schnell vorbei. Ärmere Leute können sich das nicht leisten, aber keine Sorge auch sie werden hopps gehen. Sie müssen eben nur warten bis der Meeresspiegel gewaltig steigt. Spätestens zu ihrem 271. Geburtstag werden sie dann garantiert ertrinken, wenn nicht Spielverderber die Kaimauern etwas erhöht haben werden.

Aber wenn es in Europa bald so heiss wird wie im acht-heissesten Land der Erde, im Senegal, wo nichts mehr wächst, ausser Erdnüssen, Rohrzucker, Kohl, Okra, Karotten, Zwiebeln, Kartoffeln, Strauchtomaten, Mangos, Bananen, Reis, Mais und Hirse, dann werden wir alle bald verhungern, denn wir werden ja nicht die Lebensmittel essen wollen, die inzwischen in den dann erwärmten Weiten Sibiriens, Kanadas und Alaskas wachsen. Das widerspricht doch unserer schönen Moral.

Vielleicht ist der menschliche Einfluss viel geringer als die unfairen Spiele der Sonne mit ihren Sonnenflecken. Und wenn man dann doch tatsächlich vorsichtshalber Massnahmen ergreift, um den Einfluss des Menschen auf das Klima zu beschränken, dann sollte man unbedingt die sicherste Methode der Stromerzeugung - Atomkraftwerke - beschränken, abreissen und schliessen. Ja, die Deutschen sind Vorbild für die ganze Welt. Musterhaft geben sie dem Rest der Welt was zu lachen über die albernen Windmühlen im ganzen Land und die Sonnenkollektoren, die unter dem meist bedeckten Himmel auf Sonne hoffen.

Auch ich habe einen deutschen Pass, aber ich schäme mich nicht wegen der Windmühlen, ich lache darüber wie der Rest der Welt.

Immerhin, vor Deutschland braucht die Welt sich nicht mehr zu fürchten. In Deutschland herrschen ein paar moralinsaure, grüne, laut schreiende Gruppen. Deutschland ist keine Nation mehr, sondern eine schrullige Sekte, die aber in Europa immer einflussreicher wird.

Peter Paris


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu