Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 101 - 11.01.2022
für Gentechnik, Atomenergie, Kapitalismus, Freiheit, direkte Demokratie

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus

Es ist fünf vor zwölf: Wenn es so weitergeht, dann sind schon in 1162 Jahren alle Einwohner Deutschlands an Covid gestorben und das Land wird leer sein.

Die erfolgreichen Ängste

Ja, Angst ist angebracht und verantwortungsvolle Politiker - wie Herr Söder - schüren sie mit Recht. Glücklicherweise machen sich in Deutschland die Ängste immer schnell und erfolgreich breit. Vielleicht fühlt man sich schneller bedroht als die Bürger anderer Länder. Schliesslich ist man von 9 verschiedenen Ausländern umgeben. Da kann einem schon laufend Angst und Bange werden.

So hat man tausende und abertausende Hexen verbrannt, sicher waren darunter einer Menge böser Tanten und im Dreissigjährigen Krieg wurde ein erheblicher Teil der Bevölkerung gemetzelt, sicher waren sehr viele darunter, die dem falschen Glauben anhingen und so vor Gott eine grosse Gefahr für alle darstellten. Und man hat ganz richtig den 1870-ger Krieg erfolgreich durchgezogen, sonst hätten die Franzosen vielleicht sonst was mit den Deutschen gemacht. Ja, dann hat man mit Recht den ersten Weltkrieg angefangen, denn die Russen und Franzosen machten wirklich Angst. Sie wollten doch tatsächlich Elsass und Lothringen zurück.

Auch vorher schon, aber dann so richtig machten die Juden und Zigeuner den Deutschen Angst. Da musste man doch mit der kriminellsten Aktion der Weltgeschichte reagieren. Und dann musste man sich in den Dreissiger Jahren mit Recht fürchten vor den Franzosen, Engländern, Russen, Polen, Belgiern, Luxemburgern, Holländern, Norwegern, Griechen und Amerikanern und man musste sicherheitshalber den zweiten Weltkrieg anfangen.

So hatte man sich an die ständige Angst schon gewöhnt und durchlebte den kalten Krieg eher routiniert. Als der Ostblock zusammenbrach, verschwand plötzlich auch die Angst vor den Russen und die Ängste vor Putin und vor dem Islamismus konnten die richtig schönen, grossen Ängste nicht so ganz ersetzen.

Doch nun ist alles wieder im Lot: Mit etwas Fantasie konnte man etwas Erderwärmung und den Coronavirus zu Riesengefahren befördern und endlich konnte man wieder den Menschen Beschränkungen und Verzichte auferlegen - so richtig wie im Krieg. Da fühlt man sich als verantwortungsvoller Bürger wieder richtig wohl. Oder ?

Parlamentarische oder Direkte Demokratie:

Bei der Schweizer direkten Demokratie können alle Bürger mitentscheiden - Frauen, Männer, Dicke, Dünne, italienisch-, französisch- oder deutschsprachige, Katholiken, Protestanten, usw. Mehr und mehr merkt man, dass die repräsentative Demokratie - durch die Parlamentarier - nicht mehr die Zusammensetzung der Bevölkerung repräsentiert. Zu viele Abgeordnete sind Juristen, Beamte oder Leute mit Uni-Abschluss.

Also wenn man schon nicht die direkte Demokratie wie in der Schweiz einführen will, dann sollte zumindest geregelt werden, dass die Parlamente zu 50 % aus Frauen und zu 50 % aus Männern bestehen. Und es müssten auch die Prozentsätze festgeschrieben werden für Juristen, Leute mit Universitätsdiplom, mit abgeschlossener, beziehungsweise abgebrochener Lehre, ohne Schulabschluss, für Vorbestrafte, Katholiken, Protestanten, Juden und Muslims, für Arbeitslose, Pensionäre, Behinderte, Autofahrer, Untergewichtige und Übergewichtige. Das wäre gerecht und repräsentativ. Und wenn man das nicht richtig zusammenbringt, nun dann beauftragt man eben den Ethikrat.

Und da man mehr und mehr Entscheidungen nicht mehr nur den Parlamentariern überlässt, sondern den Ethikrat einschaltet, könnte man sich die Parlamente ja auch sparen und die durch Ethikräte ersetzen. Aber wie würden sich dann die Ethikräte zusammensetzen ? Und wer sollte sie zusammensetzen ?

Nation - Nation - über alles. über alles in der Welt

Nun, die AfD hat ab und zu recht vernünftige Ansichten, speziell zu der wundervollen, hysterischen, heiligen Umwelt- und Klimaschützerei. Viele hoffen nun, dass sich Herr Lindner von den grün-roten Ökofaschisten nicht doch noch über den Tisch ziehen lässt, sonst würde ihnen das nächste Mal nichts anderes übrigbleiben, als die AfD zu wählen oder garnicht zu wählen, denn deren Grundphilosophie ist die Nation, oft gleichbedeutend mit der ach so schönen Heimat. Die liebt man ja so sehr dass man die bestorganisierten Verbrechen der Weltgeschichte gern vergisst, verkleinert oder umdeutet.

Tatsächlich, die Nation wird als Verwaltungseinheit nach wie vor gebraucht, zwischen dem Land Thüringen, der Lombardei oder dem Departement Alpes-Marittimes und der EU sollte es schon noch eine Verwaltung geben, die sich um vieles kümmert, aber ihre Moral nicht aus gewonnenen oder verlorenen Schlachten bezieht, also auch nicht aus dem Internationalen Recht, sondern einfach aus der Demokratie. Da können doch einfach die Bürger entscheiden, von wem sie regiert und schikaniert werden wollen, damals im Saarland von Paris oder Bonn, in der Slowakei von Prag oder Bratislava u.s.w. Erstaunlich, , dass das damals geklappt hat - es ging doch um die heilige Nation...

Die Krim

Die Bürger der Krim wurden nicht gefragt, ob sie von Moskau oder Kiew verwaltet werden wollten, als Chruschtschow sie der Ukraine zuschlug. Das war ihnen ja sicher auch Wurst, denn Moskau bestimmte ja ohnehin alles diktatorisch. Aber die Bewohner der Krim sind überwiegend Russen und es war nicht sehr elegant, dass Putin dann dort gleich Truppen einmarschieren liess. Er hätte erst mal heftig über das Problem lamentieren müssen. Aber die Abstimmung pro Russland war dann bestimmt OK und falls man daran Zweifel hat und etwas mehr Zeit haben möchte um Reklame für Kiew zu machen, dann könnte man ja eine erneute Abstimmung fordern.

Aber wir sollten darüber nochmals nachdenken, obwohl uns das schwer fällt, denn wir waren ja glücklich über diese Krise, denn mit Gorbatschow, Jelzin und Putin war uns ja der altgewohnte Feind abhanden gekommen. Die Nato hätte ja darunter gelitten und auch die Rüstungsindustrie. Glücklicherweise sind ja im Gebiet der Ex-Sowjetunion noch viele Probleme offen. 25.000.000 Russen leben ja nun - grösstenteils ungewollt - im Ausland, nicht nur die Bewohner der Ostukraine. Also da bleibt für uns noch genug Bedrohung. Da kann man optimistisch sein.

Also es lebe die Nation - natürlich nicht in Katalonien, da wäre Madrid ja beleidigt und es gäbe in Brüssel Ärger. Also vergessen wir das mit der albernen Demokratie. Das Internationale Recht geht vor, auch wenn es da keinen Gerichtsvollzier gibt.

Und dann werden die weltweiten Feindschaften auch noch immer weniger. Da hat dieser schreckliche Trump doch tatsächlich die Vereinigten Emirate bequatscht , dass sie Israel anerkannt haben und auf die bösen Chinesen kann man sich momentan auch nicht verlassen. Sie wollen und wollen einfach Hongkong und Taiwan nicht sofort besetzen. Also bleibt uns tatsächlich nichts weiter übrig als diesen Putin zu beschimpfen. Schade nur, dass die uneinsichtigen Russen ihn mehrheitlich mögen. Ja, immer diese lästige Demokratie.

Für das Gute und die Gerechtigkeit - wer soll es propagieren ?

Also wenn heute jemand mit einer roten Fahne durch die Strassen ziehen würde und laut fordern würde „Enteignet die Kapitalisten - alle Macht den Räten !“ Er hätte Chancen ins Fernsehen zu kommen - als interessanter Psychopath. Spätestens 1989 ist die Welt dieser Typen und Typinnen zusammen gebrochen. Aber sie sind realitätsresistent und haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitsfimmel. Sie lieben den Staatunkulus und erwarten von ihm, dass er alles regelt. Irgendwie bedauern sie es ja, dass auch sie bei Lidl und Aldi Sachen einkaufen können, von denen ihr Philosoph - einer der grössten Idioten der Weltgeschichte - Karl Marx - nur träumen konnte.

Aber es ist ihnen eine neue Idee gekommen, sie haben nun die Welt nicht mehr in arm und reich, sondern in gut und böse eingeteilt. Das klappt einigermassen: So sollte das Fleisch bei Aldi viel teurer werden wegen der Umwelt und auch das Gemüse, damit die kleinen Bauern mehr Geld kriegen und sich nicht rationeller arbeitende, grössere kapitalistische Landwirtschaftsbetriebe bilden können. Über die LPGs der DDR möchte man aber nicht mehr sprechen.

Und vor allem erfanden sie 22.000 deutsche Bauvorschriften, damit vernünftige Leute nicht mehr Wohnungen bauen. Aber da es ja nun völlig uneinsichtige Kapitalisten gab und gibt , die so wahnsinnig waren und sind und trotzdem Mietwohnungen bauten, ja die müsste man ja nun gerechterweise enteignen. Dann werden diese frechen Kapitalisten bestimmt keine Wohnungen mehr bauen und endlich wird es wieder arme Hunde geben, die erfolglos Wohnungen suchen und nach sozialer Gerechtigkeit rufen. Dann ist die Welt wieder in Ordnung.

Traurig nur, dass viele Menschen den rot-grünen Faschisten nicht mehr so recht glauben, weil sie im Kapitalismus zumindest bei Aldi und Lidl einkaufen können und überall günstige Neu- und Gebrauchtwagen finden. So lassen die vielfach diplomierten Gutmenschen lieber Sachverständige sprechen. Die findet man überall. Dr. Marlboro hat ja auch gut begründet festgestellt, dass Rauchen unschädlich ist. Und wenn das Publikum nicht sicher ist, welchen Sachverständigen man glauben sollte, dann fragt man eben jemand aus dem Ethikrat, denn den Karrierepolitikern glaubt bestimmt niemand mehr. Sie ernten bestenfalls schallendes Gelächter. Und wenn das mit den Ethikräten nicht so recht klappt, dann lässt man sich eben von der künstlichen Intelligenz eines hervorragend programmierten Computers beraten.

Aber das hat auch seine Grenzen, die Bürger und Wähler sind oft sehr uneinsichtig. Vielleicht sollte man gar nicht auf Intelligenz bauen, sondern eher auf ihr Gegenteil.

So kann man kleinen Kindern einen Knopf ins Ohr stecken und ihnen so zuflüstern, was sie im Fernsehen sagen sollen, damit nicht herauskommt, dass in Wirklichkeit ein rot-grüner Ökofaschist die Antwort gibt.

Ober noch überzeugender - man sucht sich eine Minderjährige, sicherheitshalber mit einem Asperger-Syndrom, die man dann richtig aufstachelt - wie Greta Thunberg.

Und wenn man damit à la longue die Öffentlichkeit nicht mehr überzeugen kann, dann wird man es vielleicht mal mit einem uralten Mann probieren, der schon so dement ist, dass er nicht mehr weiss wie er heisst. Besser wäre allerdings ein junges Ferkel. Das sieht so lustig aus und hat einen überzeugenden Opferstatus in der fleischfressenden Gesellschaft. Nur, schade, es kann nicht sprechen. Was also tun, um das Gute in der Gesellschaft zu propagieren. Ach ja, versuchen wir es doch mal - mit einem Papagei.

Da würde man zumindest nicht riskieren, dass der Papagei sich fragt, wieso er immer verkünden soll wieviele Tote es mit dem Covid-Virus gab und nie wieviele Tote durch den Virus. Er wird hoffentlich nicht auf den Gedanken kommen, man verpflichte ihn nur, dreckige Lügen zu verbreiten und für die Gutmenschen-Volkserzieher alle Anderen zu überzeugen, dass es die Erderwärmung tatsächlich gibt und dass sie nur menschengemacht ist und dass man sie nicht mit Atomenergie bekämpfen darf und dass Wohnungen nur von ineffizienten sozialen Staatsbetrieben gebaut werden dürfen.

Und wenn alles in diesem Sinne läuft, dann lacht die ganze Welt über Europa und ganz Europa lacht über Deutschland und seine nördlichen Satelliten im Geiste. Lachen ist ja jedenfalls besser als Weinen. Insofern war die Beförderung von Tante von der Leyen als Europa-Chefin doch die lustige, die erste Wahl.

Grüsse und nochmals ein glückliches neues Jahr, indem unsere Freiheit endlich wieder mehr Beachtung findet - vom Lago Maggiore - Peter Paris,

Mit freundlichen Grüssen
Peter Paris


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu