Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 92 - 15.02.2021

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus

Ich hatte einen Traum

Es begann mit einem Albtraum: Ich bin vom Alter her ein Risikofall, müsste also zu den ersten Gruppen gehören, die geimpft werden. Natürlich lasse ich mich impfen. Ich liebe Medizin. Mit grosser Überzeugung nehme ich jeden Tag 9 verschiedene Pillen ein, die meine Ärztin mit verordnet hat und lasse mir auch regelmässig Blut abnehmen und es testen.

Nun sagte mir mein Freund Wolfgang, dass ich noch mehr Risiko trage als ich schon weiss, da ich übergewichtig bin und - falls ich ernsthaft am China-Virus erkrankten würde, man mich im Krankenhaus auf den Bauch legen müsse um alle Schläuche gut anschliessen zu können. Da würden dann bei mir die inneren Organe gequetscht werden und ich würde sterben.

Also da ging ich in meinem Traum in die Apotheke, wo ich jedes Jahr - gleich vom Apotheker - gegen Grippe geimpft werde. Ich hatte 50 Euro in der Tasche und erbat die Impfung mit dem russischen Serum Sputnik V. Doch der Apotheker schaute mich nur mitleidig lächelnd an und sagte: Wissen Sie denn nicht, dass Sputnik V in der EU noch garnicht zugelassen ist. Die Zulassung ist noch nicht einmal beantragt. Und die anderen Impfungen kann ich Ihnen leider auch nicht anbieten. Sie werden vom Staat beschafft und verwaltet.

Ein schrecklicher Gedanke für einen Liberalen wie mich. Dann hörte ich wieder den bayrischen Politiker Weber - wichtige Person im Europa-Parlament. Er schlug vor, künftig die Entwicklung von Medikamenten nicht mehr nach kapitalistischen Methoden durchzuführen, sondern nach Ethik und Moral. Doch genau dieses Profitstreben, die gesunde Geldgier, haben doch so schnell so viele gute, Impfstoffe hervorgebracht. Und die Israelis, die Amerikaner, die Engländer und Serben profitieren nun davon.

Nur ich nicht. Die europäische Regierung spielt mit meinem Leben. Ich brauche keine Prüfung durch europäische Sesselfurzer oder wissenschaftliche Hofschranzen, wenn das Medikament in Russland, Amerika oder England erfolgreich angewandt wird.

Es ist ja wohl auch kein Zufall, dass die EU zur Zeit der Beschaffungsverhandlungen von Deutschland, also von Frau Merkel, präsidiert und von Frau von der Leyen geleitet wurde.

Diese zwei machtgierigen, machtberauschten, arroganten Pleitetanten haben vermutlich das europäische Impfdesaster in Kauf genommen, weil es ihnen Freude und Genugtuung bereitet, wenn die Bürger eines ganzen Kontinents nach ihrer Pfeife tanzen und sie ihnen vorschreiben können, wie sie zu leben haben.

Unsere europäischen Eliten (das neue Schimpfwort) haben sicher bewusst vieles versäumt, was den Schaden verringert hätte. Bereits vor einem Jahr habe ich in dieser Ultraliberalen Korrespondenz vorgeschlagen, sofort die einfachen Stoffmasken - notfalls von Hobbynäherinnen hergestellt - vorzuschreiben und dass dann der Staat allen Bürgern Stufe 2 oder 3 Masken zur Verfügung stellt.

Nun las ich: Das ist schon absurd. Der deutsche Staat hat seit einem Jahr in der Pandemie-Bekämpfung in jeder Hinsicht versagt, funktioniert hat alleine der Markt:

  • Beispiel Masken: Erst erklärten uns Angela Merkel, Jens Spahn und andere Politiker, Masken seien absolut sinnlos. Dann machten sie „Alltagsmasken“ zur Pflicht, die den Maskenträger selbst gar nicht schützen. Nach fast einem Jahr entdeckten sie FFP2-Masken und verschickten Gutscheine an ältere Menschen (statt Masken). Nicht einmal dieser Versand hat richtig funktioniert, weil teilweise Tote und Kinder angeschrieben wurden. Heute gibt es in Discountern FFP2-Masken für 99 Cent, die sich jeder leisten kann. Marktversagen?
  • Beispiel Schnelltests: Nicht der Staat, sondern private Firmen haben schon frühzeitig Schnelltests entwickelt, auch solche zum Selbsttest. Der Staat hat deren Einsatz verhindert – mit bürokratischen Vorschriften, die eine dreijährige Ausbildung zur Voraussetzung machen, damit sich jemand richtig ein Wattestäbchen in die Nase steckt. Wer einen Test bekommen will, kann dies nur, wenn er gute Beziehungen zu einem Arzt oder einem Apotheker hat oder Falschangaben bei der online-Bestellung macht. Der Staat hält seine Bürger für unmündig.
  • Beispiel Impfstoff: Zahlreiche private Firmen – nicht der Staat – haben Impfstoffe entwickelt. Dann kam der Staat ins Spiel und die deutsche Politik beschloss, die Impfstoffbeschaffung an die unfähigste Truppe zu delegieren, die man sich überhaupt ausdenken kann, nämlich an Ursula von der Leyens EU-Bürokratie. Ergebnis: Obwohl der Impfstoff in Deutschland erfunden wurde, ist Deutschland eines der Länder, in denen am wenigsten geimpft wird. In Israel ist bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung geimpft, in Deutschland nicht einmal drei Prozent.
  • Beispiel Corona-Warnapp: Diese wurden nach staatlichen Vorgaben so konstruiert, dass sie nicht funktioniert und nicht funktionieren kann. Kanzleramtsminister Helge Braun bezeichnete sie als die beste der Welt, in Wahrheit ist sie fast nutzlos.

Aber das ist nicht genug: Wichtig wären die elektrischen Virenvernichter in den Schulen, Kindergärten usw. gewesen, von denen es nun hunderttausende geben müsste - wenig ist geschehen.

Auch war es je wohl nicht besonders schwierig voraus zu sehen, dass man in ganz Europa mehr Intensiv-Krankenhaus-Betten und Beatmungsgeräte braucht. Nach einem Jahr ist auch hier viel zu wenig geschehen. Nun nimmt man diese fehlenden Infrastrukturen und das fehlende Personal, was man längst hätte einstellen können, als Grund für den weiter verlängerten Freiheitsentzug und - damit man ja nicht so schnell die Macht aus der Hand geben muss - will man auch schnell noch die Grenze der Infizierten von 50 /100.000 auf 35/100.00 absenken.

Ich träume, dass all das nicht Dummheit der regierenden Eliten ist, sondern Machtgier und Machtrausch - eben faschistische Eigenschaften. In meinem Traum fühlte ich mich völlig machtlos diesen Elementen ausgesetzt und sah schon den Tod, der sich am Horizont näherte.

Doch da erschien eine helle, strahlende Gestalt - eine gute Fee. Sie kam auf mich zu und lächelte. Nun erkannte ich sie - es war Maggie Thatcher. Sie umarmte mich und sagte: „Peter, hab keine Angst. Alles wird gut. Denis und ich haben gestern mit den Reagans gesprochen. Wir werden alles daran setzen, dass Europa und die Welt wieder ein besserer, freierer, wirklich liberaler Ort wird. Du wirst sehen, es wird so gewaltige Proteste in Europa geben, dass neben anderen auch Frau von der Leyen die europäische Präsidentschaft aufgeben muss und wir haben auch schon einen Nachfolger - Donald Trump - der ja nun ohnehin frei ist. Er ist dafür der beste, denn was er besonders gut kann ist jetzt gefragt – Leute – auch Beamte - feuern, feuern, feuern.“

Ich wäre beinahe aufgewacht, stotterte aber nur ungläubig: „Aber er ist doch Amerikaner?“

„Oh,“ meinte sie „das ist kein Problem. Wir wissen, dass das Ursprungsland seiner Frau - Slowenien - ihm innerhalb eines Tages die Ehrenbürgerschaft verleihen wird.

Das neue Motto wird sein - Europe first ! Europe first !“

Da schlief ich weiter - beruhigt und etwas glücklicher.

Wolfram aus Toenisvorst schrieb: Ich freue mich jedesmal über Ihren "Newsletter". Er bildet nicht meine Meinung ab, aber unterschiedliche Sichtweisen erweitern den Horizont. Ihre Verehrung von D. Trump kann ich als Demokrat allerdings nicht nachvollziehen. Ich denke ein derart antidemokratisches Gehabe wie von diesem, in meinen Augen kranken Narzissten, hätten Sie keinem anderen durchgehen lassen. Jede Demokratie lebt davon, dass man Niederlagen anerkennt und in Würde abtritt. Die Folgen von Trumps Wahnsinn werden die USA noch lange beschäftigen. Auch meine Familie dort. Allein die Tatsache, dass dieses Land eine jahrhundertelange Demokratie pflegt, hat dieses Gesellschaftssystem dort überleben lassen. Politik ist auch soviel mehr, als Steuern runter und Deregulierung. Das ist in meinen Augen auch nicht liberal. Trotzdem halte ich es für grundfalsch Trump mit Hitler zu vergleichen. Diese Vergleiche sind immer falsch. Hitler hat unter zuhilfenahme von Produktionsmitteln und Logistik im industriellen Massstab Menschenleben vernichtet. Das kann man Trump nicht vorwerfen. In der Beurteilung von D. Trump empfehle ich das hervorragende Buch von Christopher Clark Gefangene der Zeit. Zitat: Wir haben soviel gelernt und gleichzeitig haben wir so wenig gelernt. Als ich Tag für Tag Präsident Donald Trump vor laufender Kamera sah, wo er wie ein Quacksalber aus dem Wilden Westen der Öffentlichkeit nicht erprobte Therapien empfahl, seinen eigenen Gesundheitsexperten widersprach und versuchte, der schlechten Regierungsarbeit demokratischer Gouverneure und Bürgermeister die Schuld an der Virulenz der Krankheit in die Schuhe zu schieben, musste ich unwillkürlich an Wilhelm den II. denken, den letzten und unfähigsten deutschen Kaiser. Die beiden Männer sind sich verblüffend ähnlich. Beide weisen eine ausgeprägte Neigung auf, über Alles zu plappern, was ihnen in einem bestimmten Moment gerade durch den Kopf geht. Eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, extreme Reizbarkeit, die Tendenz, unter Belastung logisch inkohärentes Zeug zu faseln, Probleme bei der Aggressionsbewältigung, ein gebieterisches Auftreten, Gefühlskälte und fehlende Empathie, eine ungeheure Prahlsucht, regelrechte Schnappsideen, sarkastische Seitenhiebe und anzügliche Witze sind bzw. waren bei beiden gang und gäbe. u.s.w.

Ich hätte es simpler ausgedrückt. Kein Dummer, aber ein gefährlicher Idiot. Würde mich trotzdem freuen, wenn Sie mich in Ihrem Verteiler belassen. Ein Demokrat muss auch was aushalten.

Bleiben Sie gesund.
Beste Grüße


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu