Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 80 - 21.03.2020

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus

Tugendterroristen & Hosenscheisser

Neben jedwedem Unbill der vom Klimawandel ausgeht, wenn er denn eintritt und wirklich überwiegend menschengemacht ist, wird immer wieder prophezeit, dass die Bewohner der Küstenregionen besonders gefährdet sind. Ganz furchtbar, geschätzte 180.000.000 Menschen wären betroffen. Deshalb müssen wir unser ganzes Leben ändern und auf vieles - sehr vieles - verzichten.

Angenommen das würde zutreffen, dann könnte man ja auch einige Vorkehrungen dagegen treffen - z.B. die Küsten durch Dünen, Mauern oder Erdwälle sichern oder die Häuser etwas höher zu bauen. Das würde sicher nicht in allen Fällen helfen, aber vielleicht bei 50 % alller Fälle. Dann bleiben immerhin noch 90.000.000 Menschen übrig, denen auf andere Art geholfen werden müsste, z.B indem sie umziehen. Nicht immer ist der Verlust der Heimat etwas Schreckliches. Im Gegenteil, da man dann meist sich eine schönere, angenehmere Gegen aussucht als vielleicht die kalte, regnerische „Heimat“ würde das viele Menschen glücklich machen. Und schliesslich, das Problem ist nicht so riesig, wie es aussieht - 90.000.000 sind doch nur 1,2 % der Erdbevölkerung von 8.000.000.000. Und wenn von denen die Hälfte nach dem Umzug happy wären, dann verbleibt nur ein Rest von 0,6 %. Dafür lohnt es sich nicht, dass die ganze Menschheit gewaltigen Verzicht leistet.

Aber das passt unseren super- tugendhaften Mitbürgern speziell in Europa und ganz speziell in Deutschland und Skandinavien überhaupt nicht. Sie möchten doch Verzicht leisten, damit ihr Heiligenschein noch grösser wird und noch heller glänzt und ihren unmoralischeren Mitbürgern werden sie schon zeigen wo's lang geht. Zum Glück sind viele ihrer Mitbürger aussergewöhnlich ängstliche Sicherheitsfanatiker, also gemeinhin Hosenscheisser genannt. Das macht es den Tugendterroristen noch einfacher ihre Forderungen und Thesen durchzusetzen.

Kam Corona zur rechten Zeit ?

Sehr viel länger wird man Mario Draghis verheerende Politik des kostenlosen Geldes, was man massig in die Welt streute und streut, nicht fortführen können. Irgendwann werden auch die gutgläubigsten Europäer das Vertrauen in ihr Papiergeld verlieren Die morschen Firmen und Staaten,die mit kostenlosem Geld durchgeschleppt wurden, werden Pleite gehen und eine gewaltige Inflation wird - wie schon so oft - uns das Leben schwermachen. Man wird sie dann wohl die Corona-Kriese nennen, obwohl sie mehr den Namen Draghi-Kriese verdient hätte.

Aber nun ist der Virus da: Ja, jetzt muss man reagieren, die Läden schliessen, die Arbeit erschweren, die Löhne und Betriebskosten mit Staatsgeldern finanzieren, alle Firmen vor der Pleite retten. Besonders Macron, aber auch viele andere versprechen bereits viele, viele Milliarden, die sie garnicht haben, Herr Altmaier verspricht sogar „unbegrenzt“ . Von einer billigeren Lösung hört man wenig: Sicherer und einfacher wäre doch, wenn jedermann in der Öffentlichkeit eine Maske tragen würde. Nun, das geht nicht, weil es zu wenig Masken gibt. Aber das INTERNRT ist voller guter Anleitungen, wie man sie selber machen kann. Meiner Frau ist das in wenigen Minuten gelungen. In Europa gibt es Millionen von Frauen, die eine Schere haben und gut nähen können. Sie würden das schnell lösen - für die Sicherheit ihrer Mitbürger - und speziell wenn sie dafür vom Staat noch etwas bekommen würden.

Aber die Tugendterroristen möchten ja lieber verzichten. Masken und Brillen passen eben nicht so gut zu dem erstrebten Heiligenschein. Ihr Kommentar : Ja die Masken wären gut für bereits infizierte, damit sie nicht andere anstecken können, aber nicht für Gesunde, die sich dann in einer falschen Sicherheit wiegen würden. Als ob es für die Viren und die Tröpfchen einen Unterschied macht, wenn sie von aussen nach innen oder von innen nach aussen blockiert werden.

Ob Boris Johnson mit der englischen Methode erfolgreicher sein wird das weiss man ebenso wenig , wie ob es bald ein Medikament geben wird.

Gut wäre gewesen, wenn unsere Politiker aus den vergangenen Virus-Attacken - Sars, Ebola, Vogelgrippe, Schweinegrippe gelernt hätten. Man hätte z.B.ein paar Millionen Masken vorhalten können.

Natürlich wäre es am besten, wenn man schnell ein Medikament entwickeln würde. Daran arbeiten fieberhaft viel Laboratorien, denn das wird ein Millionengeschäft. Leider wird da wohl noch etwas Zeit vergehen. Aber inzwischen sollte man sich gegebenenfalls auf die Perfektionierung der Masken, Schutzhauben oder Schutzkleidung konzentrieren und sie massenweise der Bevölkerung zur Verfügung stellen und das Tragen verpflichten. Das ist viel effizienter und billiger als die massiven Freiheits- beschränkungen, die jetzt angeordnet werden. Aber die gefallen den Tugendterroristen und Regulierungs- fanatikern ja viel besser, denn auf den Verzicht kommt es ja an.

Egal, wenn die Pandemie halbwegs glimpflich verläuft, dann werden die Tugendterroristen dass zu gunsten ihrer Verbote verbuchen, wenn nicht, dann war es doch sehr moralisch und gut gemeint. Und es hätte ja noch schlimmer kommen können.

Die asoziale Gerechtigkeit

Karl Marx, den man wohl mit Recht als dümmsten Wirtschaftstheoretiker der Geschichte bezeichnen kann, war überzeugt, dass der Kapitalismus in einem grossen Desaster zusammenbrechen würde.

Das ist ja nun nicht geschehen.

Im Gegenteil: Das Durchschnitts- einkommen in den Ländern im kapitalistischsten Viertel ist real erstaunliche sechsmal höher als das Durchschnittseinkommen in den am wenigsten kapitalistischen Volkswirtschaften (36.770 US-Dollar gegenüber 6.140 US-Dollar). Für die Ärmsten einer Gesellschaft vergrössert sich diese Kluft um ein Vielfaches. Die untersten 10 Prozent der Arbeitseinkommen in den kapitalistischsten Ländern liegen im Durchschnitt siebenmal höher als die niedrigsten 10 Prozent in den am wenigsten freien Volkswirtschaften.

Ja, wenn heute ein Kapitalist aus der Zeit von Marx auferstehen würde und die Wahl hätte - er würde heute wohl das Leben eines deutschen Hartz-4-Empfängers seinem damaligen Kapitalistendasein vorziehen. Wegen des für ihn unerhörten Warenangebots einer normalen Lidl-Filiale, die tolle Auswahl eines Pauschalreiseveranstalters und den Möglichkeiten von medizinischen Behandlungen würde er sicher gern auf seinen Vorteil des billigen Hauspersonals verzichten. OK, das ist der technische Fortschritt, aber den haben viele - speziell durch persönlichen Einsatz - ja, auch aus gesunder Geldgier - erschaffen. Da ja nun jedermann gemerkt hat, dass es mit der Voraussage der Verelendung der Massen nicht geklappt hat, haben die Tugendterroristen und Sozialisten ein neues Problem erfunden :

Die ungerechte Vermögensverteilung.

In der Tat immer mehr Kapital gehört immer weniger Menschen. Aber wo ist das Problem? Damit möglichst viele Menschen auf dieser Welt sich ein Auto leisten können braucht man grosse Autofabriken und weil immer mehr Leute in den Urlaub fliegen wollen grosse, teure Flugzeuge. Die meisten Menschen haben den Wunsch, dass sie und ihre Familie möglichst lange möglichst sicher, möglichst gut leben können. Sie verzichten nicht unbedingt gern auf ein eigenes Auto, eine eigene Immobilie oder auf gutes Essen und Urlaubsreisen,, um nur möglichst viel Kapital an zu häufen. Das ist vernünftig, denn das Leben,dass man geniessen kann, dauert nicht ewig.

Wenn sie aus welchem Grunde auch immer etwas mehr Geld bekommen benutzen Sie es vielleicht als kleine Reserve, aber vernünftigerweise werden sie es für schöne und wichtige Dinge im Leben ausgeben. Das Kapital was für die Autofabriken, Urlaubsflugzeuge, Hotels und schöne Wohnungen nötig ist, wird also meistens von Leuten aufgebracht, die ohnehin so viel haben, dass sie es nicht sinnvoll verbrauchen können oder wollen. Deshalb ist es in erster Linie auch im Interesse der grossen Masse von Mitbürgern die kein erhebliches Kapital haben, dass die Reichen immer reicher werden, dass Sie in Fabriken und Vorhaben investieren, die künftig auch unser aller Leben verbessern. Wenn sie das nicht tun, würde sich ihr Kapital ja nicht vermehren. Also sorgen sie dafür, dass auch ärmere Bevölkerungskreise sich morgen vielleicht kleine Privatflugzeuge, noch luxuriösere Reisen, effizientere Krebsbehandlungen, noch viel schöneres Wohnen und Fertiggerichte leisten können die es heute vielleicht nur in einem Sternerestaurant gibt. Oder dass zum Beispiel einer der Ehepartner künftig nicht für Andere arbeiten muss, sondern ein wundervolles Familienleben gestalten kann.

Die ungleiche Vermögensverteilung ist also in erster Linie vorteilhaft für die ärmeren Bevölkerungskreise. Wenn ein Milliardär zusätzlich 10 % seines Vermögens extra einnimmt wird er es sehr wahrscheinlich nicht für ein besseres Leben ausgeben, sondern er/sie wird es möglichst so anlegen, dass daraus noch mehr Kapital wird. Und das geht in der Regel nur, wenn seine Anlage eine gute Dienstleistung für die Massen seiner Mitbürger erbringt.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Paris


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu