Ultraliberale Korrispondenz
Peter Paris



Ultraliberale Korrespondenz Nr. 78 - 01.01.2020

Liberalismus herrscht, wenn die Interessen des einzelnen Bürgers weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des Staates geniessen.

Faschismus* herrscht, wenn die Interessen des Staates weitmöglichst Vorrang vor den Interessen des einzelnen Bürgers geniessen. - Peter Paris

* gemeint ist nicht Nazismus

Herberts Frage - Teile der Schöpfung

Herberts Frage:
« Was mich immer wieder verblüfft ist Deine Fähigkeit s c h l ü s s i g e. Gegenargumente zum Mainstream zu formulieren Aber eine hinzuzufügende Frage: Die „Nicht-Mensch-gemachte-Klimaänderung“ findet also statt Müssen wir nicht darauf Verhaltens- und kostenrelevant reagieren? Ob wir wollen oder nicht? Herbert »

Antwort: Sicher, wir sollten uns auf alle wahrscheinlichen Risiken vorbereiten, aber sachlich und ohne Hysterie.

Leider gibt es in Europa und auch anderswo eine sehr aktive Minderheit von Leuten, die sich selbst in der Rolle gefallen, die Welt zu verbessern, möglichst gute und ideale Menschen zu sein und dafür zu sorgen, dass auch alle anderen ihren idealen folgen müssen. Früher träumten sie von idealen Sozialismus.
Doch die Ideale einer Sozialistischen Welt sind in der Vergangenheit allesamt pleite gegangen :

Die Sowjetunion unter Stalin, China unter Mao Tse-Tung, Kuba unter Fidel Castro, Nordkorea unter Kim Il Sung, Kambodscha unter den roten Khmer, Albanien unter Enver Hoxha, Venezuela unter Hugo Chàvez oder die DDR-Geschichte bis zum Mauerfall sind insofern „nur Beispiele“: Tragische Beispiele, die viel Not und für unzählige Menschen auch den Tod bedeuteten.

Aber diese Minderheit von Gutmenschen wollen weiterhin ihren Heiligenschein vergrössern und immer weiter aufpolieren, dass er hell leuchtet. Deshalb sind sie glücklich, dass sie jetzt ein Argument gefunden haben, was nicht durch die vergangenen Erfahrungen und die Wirtschafts-Wissenschaft widerlegt werden kann - den Klimawandel.

Das erlaubt ihnen eine lächerliche Schmierenkomödie wie die mit Greta Thunberg aufzuführen, die nicht nur vom Papst empfangen wurde, der zu Recht auch Kreti und Pleti empfängt, sondern auch vom UN-Generalsekretär, was schon bedenklicher ist.

Ja, wir leben nun einmal auf einem sehr risikoreichen Planeten. Er besteht hauptsächlich aus einer teils zähflüssigen, teils marmeladeähnlichen 6000 Grad heissen Masse, die ab und zu hervorbricht und gewaltige Schäden anrichtet, so zum Beispiel im Jahr 1816 als es auf der ganzen Welt keinen Sommer gab und viele Menschen verhungerten.

Dazu kommt noch eine noch die ziemlich unerforschte Sonneneinstrahlung, sodass Mitteleuropa schon einmal tropisches Klima hatte und auch schon mal von einer dicken Eisdecke über Jahrhunderte bedeckt war. Meteoriten-einschläge und Erdbeben tun ein übriges.

Es ist aber nicht einzusehen warum es bei einer Erderwärmung von zwei oder drei Grad zu gewaltigen Katastrophen kommen sollte. Auch ist unverständlich, wieso viele Menschen dann krank werden sollen. Wohlhabende Amerikaner, die sich leisten können, ziehen nach Miami wenn sie alt und gebrechlich sind und viele Deutsche gehen nach Thailand. In beiden Orten ist die Jahresdurchschnittstemperatur jedoch 19 Grad höher als in Berlin. Wenn man also den Schützerlingen Glauben schenken darf,sterben die Leute dort massenweise wie die Fliegen.

Es dürfte auch ein Gerücht sein, dass sich durch das Schmelzen der Eisberge der Meeresspiegel erhöht. Der Eisberg verdrängt genau so viel Wasser wie wenn er geschmolzen ist. Das ist es schon Inseln gibt , die dabei sind unterzugehen, weil der Meeresspiegel steigt, widerspricht jeder Logik. Das Meerwasser kann sich ja um die Insel herum in keinem Falle aufhäufen. Viel wahrscheinlicher ist dass die Inseln auf der nun einmal unsicheren Erdoberfläche - auf der wir wohnen - sich eben auch mal nach unten oder oben bewegen. Im übrigen betrug voriges Jahr der Meeresspiegelanstieg lediglich 3,7 Millimeter.

Aber gut,wir sollten uns natürlich überlegen,was wir tun wenn es doch weiterhin zu einer stärkeren Erwärmung kommt - aus welchem Grunde auch immer - und Nachteile damit verbunden sein werden: Man sollte die einfachsten und billigsten Lösungen bevorzugen: Die beste Lösung wäre in Europa und weltweit massenweise neue Atomkraftwerke zu errichten. Das ist die sicherste und umweltfreundlichste Methode Energie zu gewinnen. Keine andere Energiegewinnung hat bisher so wenig Menschenopfer gefordert. Und sie wird sogar nachhaltig sein sobald der Schnelle Brüter funktioniert. Das ist jedoch kein erhebliches Kriterium, denn Uran gibt es auf der Welt noch massenweise. Man brauche auch keine einschneidenden oder umständlichen Gesetze zu erlassen, wenn es überall Atomstrom für ein paar Cent gibt, würden die Leute ihre Ölheizung sowieso abschalten.

Doch unsere europäischen Schützlerlinge sind schon ganz glücklich, dass sie nun herausgefunden haben, dass der Hauptkostenfaktor ja der sogenannte Rückbau der Atomkraftwerke ist. So kann man sie besser verteufeln. Doch dieses Argument ist völlig unsinnig. Warum sollen wir und unsere Nachkommen auf die paar Hektar Land angewiesen sein, wo ein ausgedientes Atomkraftwerk steht? Und vielleicht lachen unsere Nachfahren ohnehin über dieses Argument. Die Welt bleibt nicht stehen und wahrscheinlich ist es für unsere Nachfahren ein Klacks, atomares Material gefahrlos umzuarbeiten oder zu beseitigen.

Aber es kann aus den verschiedensten Gründen zu einem Anstieg des Meeresspiegels kommen. Darauf könnten wir uns in aller Ruhe vorbereiten zum Beispiel indem man heute schon Neubauten in der Nähe des Meeres etwas höher setzt. Oder dass man schon prophylaktisch Schutzwälle und Mauern plant. Und schliesslich, wenn es wider Erwarten doch zu erheblichem Meeresspiegel-Anstieg kommt, könnte man vielen Leuten auch anbieten, sie umzusiedeln. Wenn die Erde sich erwärmt, ist der Umzug auch in jetzt kältere Gegenden erheblich reizvoller. Das Schlimmste wäre, wir würden mit den ganzen Verzichtslösungen die Weltwirtschaft ruinieren und die Erde würde sich trotzdem stark erwärmen, aber aus nicht von Menschen gemachten Gründen. Und dann hätten wir keine Mittel mehr um den Betroffenen zu helfen und für viele andere Massnahmen.

Aber all diese Massnahmen werden nie die Zustimmung der fanatischen Gutmenschen finden, denn ganz im Inneren kommt es Ihnen nicht auf die Effizienz an, sondern darauf, Verzicht zu leisten. Sie wollen unbedingt ihr Leben ändern und vor allem sie wollen das Leben ihrer Mitmenschen bestimmen. Sie gieren danach, denen, die weniger Heilige sind als sie, das Leben so schwer wie möglich zu machen. Deshalb passt Ihnen auch nicht, dass Autos und Flugzeuge künftig vielleicht mit umgewandelten Erdölderivaten oder anderen Chemikalien betrieben werden könnten. Ja wo bleibt denn da der Verzicht? Wir sollten uns vielmehr auf unsere menschlichen Haupttugenden besinnen - unsere Intelligenz und Flexibilität. Damit haben wir bisher alle grossen Probleme gelöst.

Teile der Schöpfung
Mehr und mehr unserer Möchtegern-Heiligen entschliessen sich Veganerinnen oder Veganer zu werden. Schliesslich sind die Tiere - genau wie wir - Teile der Schöpfung. Ja auch so liebe Menschenfresser wie Bären, Eisbären, Löwen, Tiger, Wölfe und so liebe Zeitgenossen wie Klapperschlangen, Kobras, Kreuzottern und Feuersalamander sind Teile der Schöpfung. Sie machen uns mit Recht Angst.

Hühner würden diese Liste gern noch erweitern und unbedingt Füchse, Marder, Stinktiere, Waschbären, Habichte, Bussards und Falken hinzufügen. Deshalb bleiben viele schlaue Hühner auch lieber unterm Dach, wenn sie eigentlich ganz artgerecht auf der Wiese herumkratzen könnten, damit die Eier als etwas mehr Bio werden. Nun, es mag nicht logisch sein, aber man kann den Veganern nicht vorwerfen schlechte Menschen zu sein. Mir ist aber noch nicht klar, was man dem Sauerampfer antworten soll wenn er fragen sollte, ob er auch Teil der Schöpfung sei.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Paris


E-mail: liberalissimo@euroschumann.eu